Hier wird der Obrigkeit g'scheid ei'gschenkt!

"Maibockanstich" 2025: Politiker bekommen beim traditionellen Bierfest ihr Fett weg

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Chef-Derblecker Django Asül schenkt den Politikern beim Maibockanstich ordentlich ein - allerdings verbal!

Bild: BR/Markus Kovali


Es ist wieder Maibockanstich in München. Wenn im Hofbräuhaus in der Landeshauptstadt mit dem legendären Ausruf "O'zapft is!" das erste Fass des besonderen Bockbiers angestochen wird, geht's aber nicht nur ums Trinken. Vielmehr bekommen vor Ort traditionell die Politiker und Honoratioren verbal ordentlich eingeschenkt.

Kulinarisch geht die Tradition des Maibockbiers darauf zurück, dass man früher - im Hofbräuhaus München genau gesagt seit 1614 - ein stärkeres Bier braute, um es für die Sommermonate besser haltbar zu machen. Deshalb wurde das Bier auf einen Alkoholgehalt von bis zu 8,5 Prozent "gepimpt". Es entwickelten sich einige Traditionen. So muss in Franken, damit Unheil und Missernten abgewendet werden, der Maibock bis zum 1. Mai ausgetrunken sein.

Eine andere Tradition ist die des Maibockanstichs im Münchner Hofbräuhaus, dem bekanntesten Wirtshaus der Welt. Dort geht's nämlich nicht nur ums Trinken. Vielmehr gehört zum Event das legendäre Politiker-Derblecken, das Bespötteln von Politikern, dazu. Das übernimmt scharfzüngig und gerne schwarzhumorig seit mittlerweile 15 Jahren der Kabarettist Django Asül. Der liest den anwesenden Honoratioren als dienstältester "Starkbierphilosoph des Freistaats" gehörig die Leviten. Aber egal, wie sehr die Politiker in die Mangel genommen werden: Noch schlimmer ist, wenn sie in Asüls Spottrede gar nicht erwähnt werden.

Django Asül schenkt zum 16. Mal satirisch ein

Rund 600 Gäste aus Politik, Kultur und Medien erwarten den feierlichen Moment, in dem der bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, sowie der Direktor des Staatlichen Hofbräuhauses, Dr. Michael Möller, das erste Fass anstechen. Und nicht nur im Saal werden alle Augen auf Zapfhahn und Holzhammer gerichtet sein. Das BR Fernsehen überträgt den Höhepunkt des Maibock-Events live aus dem festlich geschmückten Festsaal des Hofbräuhauses am Mittwoch, 2. April, eine Stunde lang ab 21:15 Uhr. Moderatorin ist Claudia Finger-Erben. Danach ist die einstündige Sendung in der BR-Mediathek zugänglich.

Wie an einem Stammtisch wird während des Trinkens ordentlich geredet. Das beginnt beim Maibockanstich schon mit der Rede des Staatsministers Füracker. Der begeistert traditionell mit einigen humorvollen Momenten. Sein Nachredner Django Asül als oberster Derblecker sorgt hingegen dafür, dass einigen der Obrigkeit das Lachen im Halse stecken bleiben wird. Denn er haut den Politikern - unter anderem der fast vollständigen bayerischen Staatsregierung - mit Scharfsinn, Wortwitz und Schadenfreude ihre Verfehlungen des vergangenen Jahres um die Ohren. Da dürfte nach diesem Wahlkampf und der Wahl einiges zusammengekommen sein!

Spott für Politiker: Erwähnung ist schlimm, Nichterwähnung noch schlimmer

Künstlerisch ist die ganze Veranstaltung von kabarettistischen und satirischen Darbietungen geprägt. So wird sich in diesem Jahr auch Michael Altinger in der Rolle des Herzogs Wilhelm V. der Fromme zu Wort melden. Der war vom 24. Oktober 1579 bis zu seiner Abdankung am 15. Oktober 1597 Regent von Bayern und gab am 27. September 1589 den Bau des Hofbräuhauses als Brauerei zur Versorgung des Wittelsbacher Hofs und dessen Bediensteten in Auftrag.

Neu im Kabarett-Programm des Maibockanstichs ist Kathi Wolf, die einen Auszug aus ihrem aktuellen "Klapsenbeste" geben dürfte, in dem sie Comedy und Kabarett vermischt und zwischen humorvoller Provokation und pointierter Gesellschaftskritik pendelt. Auch da bekommen die geladenen politprominenten Gäste also einiges zu schlucken - auch wenn sie gerade nicht trinken.

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