Was verdienen die Ermittler:innen?
"Tatort": So teuer ist die Produktion der Krimi-Serie
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von Anne OppelLudwigshafener Tatort-Team im Impro-Einsatz (v.l.n.r.): Annalena Schmidt, Jürgen Maurer, Peter Trabner, Peter Espeloer, Regisseur Axel Ranisch, Ruth Bickelhaupt, Heiko Binkowski, Lisa Bitter, Kameramann Stefan Sommer und Redakteurin Katharina Dufner. Vorne: Christina Große und Ulrike Folkerts.
Bild: SWR/Martin Furch
Der "Tatort" ist die beliebteste deutsche Krimiserie. Dafür sorgen die unterhaltsamen Ermittler-Teams und spannende Fälle. Aber auch die hochwertigen Produktionen - und die kosten einiges!
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Zahlen, bitte!
Die ARD hat offengelegt, dass die Produktionskosten pro Minute im Durchschnitt bei 21.500 Euro liegen. 60 Sekunden "Tatort" kosten also so viel wie ein Kleinwagen. Pro Folge kommt man auf etwa 1,7 bis 1,9 Millionen Euro, damit Zuschauer:innen den Teams bei ihren Ermittlungen über die Schulter schauen können.
Der größte Teil davon wird durch die Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk finanziert. Ein Sendersprecher der ARD gab bekannt, dass jeder Haushalt mit 14 Cent des monatlichen Rundfunkbeitrags den "Tatort" und den "Polizeinotruf 110" unterstützt.
TV versus Kino
Im Gegensatz zu vielen Kinofilmen gibt es in dem Krimi-Format in der Regel kein Sponsoring. Produktplatzierungen wie etwa den Orangina-Saft oder die Pick-up-Riegel in "Fack ju Göhte" sieht man im "Tatort" also nicht.
Die Kosten für die Produktion setzen sich übrigens aus verschiedenen Posten zusammen, wie Gagen für Schauspieler:innen, Miete von Equipment, Reisekosten, Catering und vielem mehr. Mit dem Gesamtbudget einer Episode verhält es sich wie mit den Mietpreisen in Deutschland: In Großstädten muss man tiefer in die Tasche greifen. Dasselbe gilt für aufwendige Sets, ungewöhnliche Stunts oder Spezialeffekte.
Im Vergleich zu anderen deutschen Fernsehformaten sind die "Tatort"-Kosten ordentlich, im Gegensatz zu Kinofilmen aber noch überschaubar. Tom Tykwer benötigte zum Beispiel für "Der Wolkenatlas" (2012) ein Budget von 100 Millionen Euro. Inzwischen wären die Kosten sicherlich noch höher.
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Gerüchte um Gagen
Einer der größten Posten ist in der Regel die Gage der Schauspieler:innen. Dazu gibt es beim "Tatort" keine konkreten Zahlen, nur unbestätigte Schätzungen. Laut Medienberichten heißt es, dass etablierte Kommissar:innen pro Episode zwischen 100.000 und 200.000 Euro verdienen könnten.
Das Magazin "Bunte" hatte 2023 die geschätzten Gagen der "Tatort"-Kommissar:innen veröffentlicht. So munkelt man, dass Axel Prahl und Jan Josef Liefers (Thiel und Boerne) beim Münsteraner-Tatort jeweils rund 120.000 Euro pro Folge bekommen sollen.
Ulrich Tukur, der im TV als Hauptkommissar Felix Murot in Hessen auftrat, soll in etwa dasselbe Gehalt kassiert haben. Von Axel Milberg, der den Kieler-Kommissar Borowski darstellte, heißt es, dass er 115.000 Euro bekommen haben soll.
Das Branchenmagazin "Medieninsider" vermeldete, dass die Gagen zuletzt nochmal extrem in die Höhe geschossen seien und die von Liefers und Prahl mittlerweile bei etwa 250.000 Euro pro Krimi liegen sollen. Bei zwei Fällen im Jahr wären das 500.000 Euro pro Schauspieler. Somit übertreffen die beiden sogar die 220.000 Euro, die Maria Furtwängler zuletzt erhalten haben soll. Dieser Betrag deckt übrigens Überstunden, Wochenendarbeit und anschließende PR-Termine mit ab, die bei Cast und Crew sonst gesondert berechnet werden.
"Tatort"-Darsteller:innen mit Hollywood-Erfahrung sollen angeblich sogar noch mehr erhalten. Es gibt Gerüchte, dass zum Beispiel Til Schweiger Beträge zwischen 250.000 und 300.000 Euro pro Folge kassiert haben soll.
Die Inflation macht keinen Halt vor Kommissar:innen
Auch Heike Makatsch („Resident Evil“, "Tatsächlich … Liebe“) war mal in Mainz Ermittlerin. Der "Tatort" mit der Berlinerin wurde aber aus Kostengründen nach der fünften Folge eingestellt.
SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler erklärte: "Für die Darstellung der Hauptkommissarin Ellen Berlinger hätte es keine Bessere geben können. Umso schmerzlicher ist es für uns, die in Mainz verortete Reihe nach dem neuen Fall ‚Aus dem Dunkel‛ aus finanziellen Gründen beenden zu müssen. Die Inflation führt auch bei unseren fiktionalen Produktionen zu spürbaren Kostensteigerungen, die wir ohne Einschnitte im Angebot leider nicht mehr auffangen können."
Sehr günstig sind die "Tatort"-Macher dagegen beim Vorspann weggekommen. Die berühmten blauen Augen, die darin zu sehen sind, gehören dem Schauspieler Horst Lettenmayer. Sie blicken uns seit über 50 Jahren jeden Sonntagabend an. Der Darsteller hatte dafür 1970 einmalig 500 D-Mark kassiert.
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