Reportage jetzt auf Joyn
"Ronzheimer: Wie geht's, Deutschland?": So reagiert Robert Habeck auf Vorwürfe der Bürger
Aktualisiert:
von Christian StüweGrünen-Spitzenkandidat Robert Habeck stellt sich im Gespräch mit Journalist Paul Ronzheimer den Aussagen seiner Kritiker:innen.
Bild: Sat.1
Geht es mit der Wirtschaft und dem Standort Deutschland bergab? Oder gibt es doch Hoffnung? Diesen Fragen geht Paul Ronzheimer in der neuen Folge seiner Reportage-Reihe "Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" nach. Er spricht mit Robert Habeck, dem Kanzlerkandidaten der Grünen. Von rechten Demonstranten wird der Journalist beschimpft.
"Verarmung und Krieg! Dank den Grünen", steht auf dem Schild einer Demonstrantin. "Wird der Bürger unbequem, nennt man ihn gleich rechtsextrem", hat eine andere auf ihr Plakat geschrieben. Protestiert wird in Göttingen, am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.
Paul Ronzheimer sucht in der dritten Folge seiner Reportage-Reihe "Wie geht's, Deutschland?" das Gespräch mit den Demonstrierenden. Der Journalist wird schnell erkannt, die Situation spitzt sich zu: Die Menschen sind aggressiv und beschimpfen Ronzheimer.
Ein Passant packt den vor allem in rechten Kreisen weitverbreiteten "Lügenpresse"-Vorwurf aus, ein anderer beleidigt Habeck übel und wirft dem Politiker vor, die Schuld an der Arbeitslosigkeit seines Sohnes zu tragen.
Ronzheimer bleibt ruhig und fragt nach. "Guck dir doch mal die Wirtschaft an, was dort läuft. Seid ihr alle blöd, oder was?", schimpft der Mann. Die Frage "Abstieg oder Aufstieg?", um die sich die Reportage mit Blick auf die deutsche Wirtschaft dreht, stellt sich für den Demonstranten gar nicht.
"Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?" auf Joyn
Robert Habeck gibt Ronzheimer als einziger Kanzlerkandidat ein Interview
Völlig anders beurteilt Habeck selbst die Lage. "Aufstieg!", beantwortet er Ronzheimers Frage entschlossen: "Wir haben die Mittel, wir haben die Möglichkeiten. Es gibt zu viele Leute, die einfach nur bewahren wollen. Und ich sage, wir müssen beginnen wollen. Dann werden wir den Aufstieg schaffen."
Ronzheimer hat für seine Reportage Interviews mit Olaf Scholz (SPD), Friedrich Merz (CDU) und Alice Weidel (AfD) angefragt, aber als einziger Kanzlerkandidat nimmt sich Habeck Zeit für ein Gespräch.
Ronzheimer nutzt die Gelegenheit und konfrontiert den Wirtschaftsminister mit Aussagen von Bürgerinnen und Bürgern, die er auf seiner Reise quer durch Deutschland gesammelt hat.
Überraschendes Bekenntnis von Robert Habeck
Ein Mann, der angab, bei der anstehenden Bundestagswahl die AfD wählen zu wollen, hatte erklärt, dass Habeck den Bürger:innen "ihr kleines Imperium" zerstören und sie zwingen wolle, Wärmepumpen in ihre Häuser zu bauen.
"Es gibt lange Übergangsfristen, es gibt eine attraktive Förderung", antwortet Habeck: "Für den Fall, dass eine fossile Heizung kaputtgeht, Gas oder Öl, muss man eine klimaneutralere Lösung finden. Das, was der Mann gesagt hat, 'Herr Habeck kommt und ich muss eine Wärmepumpe einbauen’, was so ein bisschen wie 'morgen rausreißen’ klingt, ist nicht die Wirklichkeit."
Mit einem überraschenden Bekenntnis reagiert Habeck auf die Aussagen einer jungen Mutter, die sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder macht.
"Das ist eine Angst, die ich häufig gehört habe und die ich auch als existenzielle Sorge nicht nur nachvollziehen kann, sondern sehr gut kenne", erklärt der 55-Jährige: "Ich war selbstständig, musste meine Familie ernähren und kann mich daran erinnern, dass ich nachts wach lag und mich gefragt habe: 'Reicht das alles am Ende'?"
Habeck: "AfD heißt Abstieg"
Ronzheimer konfrontiert den Kanzlerkandidaten damit, dass viele enttäuschte Menschen, wie etwa die von Arbeitslosigkeit bedrohten Stahlarbeiter aus Kreuztal, die AfD wählen wollen.
"Die AfD biete für alle diese Probleme und Sorgen keine Lösung", entgegnet Habeck. "Im Gegenteil. Das ist der ökonomische Niedergang Deutschlands. Die AfD will aus der EU austreten, die AfD will den Euro abschaffen und alle Menschen, die nicht Ronzheimer, Habeck, Müller oder Meier heißen, des Landes verweisen. Die AfD ist der Sargnagel für die deutsche Wirtschaft. AfD heißt Abstieg, das ist schon mal sicher."
Alice Weidel spricht nicht mit Paul Ronzheimer
Völlig anders sind die Ansichten wenig überraschend beim Wahlkampfauftakt der AfD in Halle (Saale). Hier trifft Ronzheimer zunächst auf Menschen, die auf der Straße gegen den Rechtsruck in Deutschland und die AfD demonstrieren.
Auf riesigen Bildschirmen ist später Multimilliardär Elon Musk zugeschaltet, eine Besucherin der Veranstaltung gibt sich als großer Fan des US-Präsidenten Donald Trump zu erkennen.
Die Einschätzungen der wirtschaftlichen Lage und welche Lösungen es geben könnte, fallen in Halle völlig anders aus als in Göttingen. Ronzheimer spricht mit dem AfD-Politiker Maximilian Krah, Kanzlerkandidatin Alice Weidel stellt sich Ronzheimers Fragen aber nicht. Der Journalist reist daraufhin weiter und sucht anderswo nach Antworten.
Welche weiteren Eindrücke Paul Ronzheimer auf seiner Reise quer durch Deutschland sammeln konnte und was er in einer Trucker-Kneipe erlebt hat, zeigt die ganze Reportage. Jetzt kostenlos "Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" auf Joyn anschauen!