Ein melancholisches Jubiläum
Kult-Serie "Lindenstraße": Vor fünf Jahren mussten die Fans Abschied nehmen
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von teleschau1985 vs. 2020: Im 1. Stock, Lindenstraße Nr. 3 wohnten die Beimers: v.l.: Tochter Marion (Ina Bleiweiß), Mutter Helga (Marie-Luise Marjan), Vater Hans (Joachim Hermann Luger), Klausi (Moritz A. Sachs, vorn Mitte bzw. links), sein älterer Bruder Benny (Christian Kahrmann, r.).
Bild: © WDR/Hornung | WDR
Der 29. März 2020 war ein trauriger Tag für Fans der "Lindenstraße". Es lief die letzte von insgesamt 1.758 Episoden der Soap, die das deutsche Fernsehen veränderte und zu Recht zu einer Kult-Serie avancierte. Jetzt jährt sich der Abschied von Mutter Beimer & Co. zum fünften Mal.
Über 34 Jahre lang gehörte die "Lindenstraße" für viele Deutsche zum Sonntag wie Frühschoppen, Kirchgang oder Spaziergang. Nach dem Start der Serie am 8. Dezember 1985 mit der Episode "Herzlich willkommen" entwickelte sie sich rasch zum Quotenerfolg. 1995 verfolgten regelmäßig um die neun Millionen Zuschauer:innen die neuen Folgen.
Das war in den 2010er-Jahren nicht mehr so. Sinkende Quoten ließen die Verantwortlichen beim WDR 2018 den Stecker ziehen: Im November wurde beschlossen, die Serie einzustellen. Am 20. Dezember 2019 war der letzte Drehtag, am 29. März 2020 dann wurde die letzte Folge ausgestrahlt. Sie trug, in Anlehnung ans Debüt 34 Jahre zuvor, den Titel "Auf Wiedersehen".
Vier Darsteller:innen waren von Anfang bis Ende dabei
Die "Lindenstraße" spielte in München, gedreht wurde aber in Köln-Bocklemünd auf dem dortigen WDR-Studiogelände. Erfinder der Serie war Regisseur und Produzent Hans W. Geißendörfer, der in der Serie seine eigene Kindheit in einem Mehrfamilienhaus verarbeitete und außerdem dem Vorbild der englischen Soap "Coronation Street" nacheiferte.
Nur vier Darsteller:innen waren von der ersten bis zur letzten Folge im Cast, auch wenn sie nicht in jeder Folge zu sehen waren: Marie-Luise Marjan war als Helga "Mutter" Beimer in 1.056 Episoden zu sehen, so häufig wie sonst niemand. Von Anfang bis zum Ende dabei waren auch Moritz A. Sachs als Helgas Sohn Klaus, Andrea Spatzek als Gabi Zenker und Hermes Hodolides als Vasily Sarikakis, Wirt des griechischen Restaurants "Akropolis".
Etliche Darsteller:innen, beziehungsweise ihre Rollen, erlangten Kult-Status. So wurde Annemarie Wendl, die Darstellerin der bärbeißigen Hausmeister-Gattin Else Kling, im Privatleben jahrelang nur als "Frau Kling" angesprochen.
Die "Lindenstraße" war ihrer Zeit voraus
Die Serie führte den Deutschen ihren zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Alltag vor, mit allen Vorzügen und Schattenseiten. Eheproblemen, Arbeitslosigkeit, AIDS, Liebeskummer, Sex-Affären, Emanzipation, Überschuldung, Umweltproblematik, Tschernobyl, Rechtsextremismus, Homosexualität und Coming-out, Stalking, Drogen, Doping, Vegetarismus, Krebserkrankungen, Wehrpflicht und Kriegstraumata, Sterbehilfe, Wiedervereinigung, Migration, in den letzten Jahren auch Transgeschlechtlichkeit und Cyber-Mobbing: Es gab gefühlt wirklich nichts, das in der "Lindenstraße" nicht thematisiert wurde.
Durch den Einbezug von aktuellen Trends und Geschehnissen war die Soap in ihrer Hochphase stets Thema im Büro und auf dem Schulhof. Zwar war die "Lindenstraße" nicht das erste TV-Format, in dem ein Kuss zweier Homosexueller gezeigt wurde (das war die Miniserie "Kein schöner Land" von 1985), aber als sich 1990 die Schauspieler Martin Armknecht (als Robert Engel) und Georg Uecker (als Dr. Carsten Flöter) in einer "Lindenstraße"-Folge küssten, erhielten sie anonyme Morddrohungen und der BR weigerte sich, die Folge, wie eigentlich üblich, zu wiederholen.
Die Abschiedsfeier: Mutter Beimer feierte ihren 80. Geburtstag
In der letzten Folge der "Lindenstraße" wurde der 80. Geburtstag von Helga Beimer im Restaurant "Akropolis" gefeiert. Als Gäste erschienen dabei praktisch alle Figuren des aktuellen Ensembles. Im Abspann wurden Bilder von der Lindenstraße mit denen eines Drohnenflugs über München zusammengeschnitten, sodass die Straße sich in die Kulisse der Stadt einfügte. Endlich war München tatsächlich Drehort: Gedreht wurde in der Kaulbachstraße in München-Schwabing.
Die "Lindenstraße" war jahrelang die bekannteste Straße Deutschlands. Was dort geschah, wirkte wie eine Nahaufnahme von Deutschland unterm Brennglas. Nach dem Ende der Dreharbeiten wurden zuerst die Innenkulissen abgebaut und wanderten in verschiedene Museen. Zwei Jahre nach der Ausstrahlung der letzten Folge wurde bis Ende April 2022 auch die Außenkulisse abgerissen. Eine deutsche Erfolgsgeschichte war endgültig auserzählt.
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