Ist Brody wirklich unschuldig?

"Homeland": Warum diese Episode für wilde Fan-Theorien sorgte

Aktualisiert:

von Sabine Rodenbäck
In der 2. Staffel "Homeland" gilt eine Folge als besonders emotional aufwühlend.

Wer ist Vertrauter, wer entpuppt sich doch als Feind? In der 2. Staffel "Homeland" gilt eine Folge als besonders emotional aufwühlend.

Bild: IMAGO/Capital Pictures


Sie gilt als Wendepunkt der zweiten Staffel "Homeland": Die Folge "Eine Art Liebe" steckt voller Überraschungen. Kein Wunder, dass diese Szenen Gesprächsstoff lieferten.


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Diese Folge musst du gesehen haben

"Homeland"-Fans erinnern sich: Die Lovestory zwischen Nicholas Brody, dem gekidnappten Marine, der nach jahrelanger Geiselhaft aus den Fängen der al-Qaida befreit wurde, und CIA-Agentin Carrie Mathison ist gerade richtig ernst geworden, als sich Bösewicht Abu Nazir wieder ins Spiel bringt.

Der Terrorist, der Brody in Afghanistan gefangen hielt, hat es in die USA geschafft. Er entführt Carrie und setzt Brody unter Druck, den Vizepräsidenten mittels Manipulation an dessen Herzschrittmacher auszuschalten. Geht Brody auf die Erpressung ein und lässt Nazir Carrie wirklich wieder frei?

Die 10. Folge der zweiten Staffel ist nicht nur besonders spannend, sie wirft auch ein ganz neues Bild auf die Charaktere der Serie.

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Homeland

Eine Art Liebe

46 Min • Ab 12

Nicholas Brody: Held oder Schläfer?

Achtung, Spoiler-Alarm! Schau erst die Folge, wenn du dich überraschen lassen willst.

Carrie, die bipolare Agentin, die gezielt auf Brody angesetzt wurde, hat nach anfänglichem Misstrauen echte Gefühle für den ehemaligen Marine entwickelt. Dass das verletzlich macht, ahnt man schnell. Brody, der Nachfolger des amtierenden Vizepräsident Walden werden soll, erwidert Carries Liebe.

Doch die hängt inzwischen von Abu Nazir gefesselt und geknebelt in einer alten Fabrikhalle fest. Als Brody Nazir dazu bringt, Carrie im Tausch gegen den Code des Herzschrittmachers von Vizepräsident Walden tatsächlich freizulassen, offenbart sich eine ungeahnte Kaltschnäuzigkeit und Grausamkeit Brodys. Ist er wirklich das tragische Opfer oder zeigt sich hier ein Charakter, der noch ambivalenter angelegt ist als vermutet?

Ominöses Trio: Dar Adal, Peter Quinn und David Estes

Senior-Agent Saul und Carrie spüren Gegenwind in der CIA. Ihre Allianz, die sich durch acht Staffeln "Homeland" zieht und immer wieder auf die Probe gestellt wird, ist vor allem CIA-Direktor Estes ein Dorn im Auge.

Er trägt die Verantwortung für den Vergeltungsschlag gegen Abu Nazir, der Auslöser seines großen Rachefeldzugs ist. Estes spielt ein doppeltes Spiel: Aus Angst, dass die CIA von einem eigenen Agenten, nämlich Nicholas Brody, unterwandert wird, schleust er Spezialagent Peter Quinn ein, der ein Auge auf Carrie und Brody haben soll.

Wir erfahren in der Episode: Gesteuert wird Quinn von Dar Adal, einem intriganten Haudegen der CIA, der sich aus der Rente zurückmeldet und offenbar ein alter Gegenspieler Sauls ist. Jetzt wird erstmals klar: Offenbar arbeiten nicht alle für das gleiche Ziel.

Abu Nazir: Der Terror ist im Land

Gibt es wirklich einen Maulwurf in der CIA? Carrie ist sich sicher, dass jemand Informationen über CIA-Operationen und -Strategien an Nazir weitergibt. Ist es Brody? Peter Quinn oder Dar Adal? Vielleicht sogar Estes selbst?

Das wird in den Foren unter denen, die die Serie zum ersten Mal gucken, immer noch heiß diskutiert. Ebenso wie die Figur des Abu Nazir, der im Gespräch mit Carrie seine persönlichen Motive und die unüberwindbare Kluft zwischen terroristischer und westlicher Weltsicht offenbart.

Doch ist Abu Nazir tatsächlich das Monster, das alle fürchten? Und wie realistisch ist es, dass ein Terrorchef eine amerikanische Agentin laufen lässt?

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Die verrückteste Theorie entstammt dem US-Magazin "The New Yorker"

Nicht nur in Fan-Foren sorgte die "Homeland"-Folge für wilde Fantasien. Auch das Magazin "The New Yorker" beteiligte sich an den konspirativen Theorien um "Eine Art Liebe". Die Vermutung: Brody ist nicht der ehrenhafte Marine-Soldat, der zu seiner Familie in die Heimat zurückkehrt.

Er plant mit Abu Nazir, Carrie entführen zu lassen, damit er sie "retten" kann, um so ihre Loyalität zu sichern und sie dazu zu bringen, den Mord am Vizepräsidenten zu vertuschen. Deshalb auch seine emotionale Reaktion am Telefon: Er weiß, dass Carrie zuhört.

Klingt fast logisch, denn man fragt sich: Warum sucht sich Nicholas Brody innerhalb der CIA keine Hilfe? Schließlich wäre es ein Leichtes gewesen, Carries Verbündeten und Mentor Saul Berenson zu kontaktieren. Und warum hört die CIA eigentlich Brodys Telefon nicht ab?

Was spricht noch für das doppelte Spiel von Brody?

Die Theorie erklärt zumindest, warum der Congressman so übertrieben durchdreht, als Nazir anruft. Jetzt wundert man sich auch, warum der Herzschrittmacher-Plan nicht außerhalb der Hörweite Carries besprochen wird. Die CIA-Agentin soll zuhören.

Dass Nazir bereit ist, Carrie gehen zu lassen, noch bevor Brody ihm den Code gibt, spricht ebenfalls für die Inszenierung: Hatten die Komplizen alles so geplant, um Brodys Liebe zu Carrie zu romantisieren und sie zum Werkzeug zu machen?

Die Antworten gibt in der Serie: Unbedingt reinschauen, Staffel zwei endet mit einem echten Knall.